Unsere heutige Fahrt brachte uns nach der Besichtigung von Burgos ins Rioja Weingebiet. Nach der flachen, trockenen und kargen Landschaft der nördlichen Spanischen Hochebene rund um Leon und Burgos tat die hügelige und immer grüner werdende Landschaft im Rioja wieder richtig gut. Teilweise erinnerte uns die Landschaft an die Toskana.
Unser Ziel war es, verschiedene Weingüter hier in der Gegend anzufahren, um uns insbesondere die Architektur anzuschauen.
Bodegas Baigorri – das neue Rioja
Das erste Weingut war Baigorri.
- Die Bodegas Baigorri wurde von dem baskischen Architekten Iñaki Aspiazu Iza erbaut.
- Das Gebäude erstreckt sich über eine ebenerdige Etage und sieben Untergeschosse, die bis zu 30 Meter tief in den Boden des Hangs hineingebaut wurden.
- Die Architektur ist komplett auf die schonende Weinproduktion per Gravitation ausgerichtet.
- Ein markanter, gläserner Kubus bildet den Eingangsbereich und höchsten Punkt, der einen weiten Blick über die Weinberge der Rioja Alavesa bietet.

Ysios
Als zweites Weingut haben wir ysios angefahren.
- Das Gebäude wurde von Santiago Calatrava entworden.
- Die Form erinnert an eine Reihe von Weinfässern und spiegelt sich in Wasserbecken wider.
- Die Südfassade ist mit zedernden Holzlamellen verkleidet.
- Gilt als Meilenstein der modernen Weinarchitektur

In das Gebäude zu gelangen war mangels Reservierung nicht möglich. Erst später erfuhren wir aus dem Netz, dass man zum Kauf dieser weine erst einem exklusiven Club beitreten muss.
Gut hatte wenigstens Emil einen Parkplatz in der ersten Reihe:

Marques de Riscal
Zuletzt haben wir das Weingut Marques de Riscal angefahren, das Elke und Lena schon auf ihrer Reise im letzten Jahr besichtigt hatten.

Das Gebäude wurde von Frank Gehry entworfen und erinnert sehr an das Museum in Bilbao. Auf den ersten Blick erhält es ein WOW, weil es mit seinem geschwungenen Dach sofort aus der Landschaft heraussticht. Aber das ist es auch, was stört. Es passt eigentlich gar nicht hier hin. Und für meinen Geschmack ist das rosa Dachteil einfach „too much“. Auch der herausstehende umbaute rechtwinklige Cubus in dem Gebäude stört die Optik.
Der Shop war für uns Normalbürger jedoch zugänglich. Es gibt ein gutes Restaurant, die Führungen wären bei rechtzeitiger Buchung auch möglich. Und das angegliederte Luxushotel (Marriot) scheint ebenfalls überlaufen.
Die Auftraggeber von Maques de Riscal hatte zum Ziel, dass das Gebäude Emotionen hervorrufen soll. Geschafft! Das tut es auch bei mir. Aber andere Weingüter haben m.E. nach haben passendere Architektur.
Aber gut ist das – wie beim Wein – ja Geschmackssache.
Fuente de Vino
Als letzte Wein-Aktion im Rioja führte mich Lena zu einer Wein-Quelle.
Am Weingut Bodegas Ferache, welches am Jakobsweg liegt, ist an der Rückseite des Gebäudes eine Quelle | ein Zapfhahn eingelassen, an der sich jeder kostenlosen JungWein abzapfen kann. Daneben gibt für die Gesundheit oder die Antialkoholiker auch einen Wasserhahn mit Quellwasser.
Weil Lena schon einmal hier war, nahm sie ein Weinglas für uns mit, mit sem wir uns ein Probiergläschen abzapften. Durchaus lecker, etwas sprudelnd schmeckte der Wein. Und der Schluck Wasser danach löschte dann den Durst, wir mussten ja schliesslich noch fahren.
Anständig sagen wir hiermit an dieser Stelle „DANKE“!
Gemäss Internet ist es die einzige öffentliche Weinquelle in der Welt. Und auf den überwachenden WebCam sind wir jetzt auch verewigt.
