In unserem Fahrzeug sind insgesamt 3 Batterien eingebaut. Dieser Beitrag beschreibt, wofür diese Batterien sind, wo sie zu finden sind und wie das Zusammenspiel dieser Batterien geregelt ist.
Fahrzeugbatterie / Starterbatterie
Zunächst ist da die Fahrzeugbatterie / Starterbatterie, mit welcher der Motor gestartet wird und die Fahrzeugfunktionen – wie bei einem normalen Auto – bedient werden.
Die Fahrzeugbatterie / Starterbatterie ist vorne vor dem Fahrersitz unter einer Klappe eingebaut. Dort müsste ggf. auch Starthilfe gegeben werden.
Diese Fahrzeugbatterie sollte niemals leer gesaugt werden, weshalb sich die anderen Verbraucher im Fahrzeug nicht aus dieser Batterie bedienen können.
Bedeutet: Der Kühlschrank kann niemals die Fahrzeugbatterie leer saugen.
Aufbaubatterie
Zum Betreiben der Wohnmobilfunktionen wie Licht, Wasserpumpe, Kühlschrank, Heizung besitzt das Wohnmobil noch zwei Aufbaubatterien. Diese sind unter dem Beifahrersitz eingebaut und haben eine Kapazität von je 95Ah. Sie sind über dicke Kabel an den unter dem Fahrersitz eingebauten Elektroblock EBL angeschlossen und abgesichert. Von dort werden alle Wohnmobilfunktionen gesteuert.
Diese beiden AGM Batterien haben zusammengenommen eine Kapazität von 190 Ah und ermöglichen es, dass der Kühlschrank auch einmal zwei Tage lang laufen kann, ohne dass die Batterien nachgeladen werden müssen und ohne dass man am Landstrom-Anschluss angeschlossen werden muss.
Landstrom
Das Fahrzeug hat an der Fahrerseite eine Buchse für einen Landstromanschluss. Dort kann z.B. auf dem Campingplatz ein Kabel eingesteckt werden und das Fahrzeug wird dann über die 230V Energie (die selbe wie daheim) versorgt. Ist „Landstrom angeschlossen“, werden die Batterien geladen und die im Fahrzeug eingebauten 230V-Steckdosen sind unter Spannung. So lassen sich dort auch grössere Stromverbraucher wie ein Föhn oder eine Kaffeemaschine bei Bedarf anschliessen. Funktionieren tut das aber nur so lagen, wie „Landstrom anliegt“, also das Kabel eingesteckt ist, die Sicherung vom Campingplatz nicht herausspringt und dort auch der Strom bezahlt ist.
Liegt Landstrom an, wird zuerst die Fahrzeugbatterie geladen (in dieser Richtung gibt es eine Stromverbindung) damit sich das Fahrzeug in jedem Fall wieder starten lässt.
Erst wenn die Fahrzeugbatterie ausreichend geladen ist, werden dann auch die Aufbaubatterien über den Landstromanschluss geladen.
Lichtmaschine
Läuft der Motor vom Fahrzeug, wird über die verstärkte Lichtmaschine (ja, unser Wagen hat eine verstärkte Lichtmaschine, welche eine höheren Strom liefert als Standard-Lichtmaschinen für einen Jumper) zunächst die Starterbatterie geladen. Ist diese ausreichend gefüllt, so werden dann auch die Aufbaubatterien geladen.
Dieses Verhalten kann man kontrollieren, wenn man bei nicht voller Starterbatterie den Wagen startet, sollten die Voltmeter an den USB-Ladesteckern zunächst eine niedrige Spannung zeigen. Erst wenn die Starterbatterie dann voll ist, liegt die volle Ladespannung auch an den Aufbaubatterien an und die angezeigt Spannung ist grösser (ca. 14.7 V).
Ladebooster
Damit diese zweistufige Ladung auch klappt, hat das Fahrzeug einen sogenannten Ladebooster eingebaut, der genau diese Steuerungsfunktionen übernimmt. Gäbe es diese nicht, würde eine „moderne“ Lichtmaschine bei voller Fahrzeugbatterie einfach ihre Ladefunktion einstellen und „Energie und damit Diesel sparen“. Im Wohnmobil möchte man dies genau nicht und hat daher den Ladebooster erfunden, der der Lichtmaschinen so lange eine „nicht volle Starterbatterie“ vorgaukelt, bis alls 3 Batterien vollständig geladen sind.
Die Funktionsweise des Ladeboosters läuft vollautomatisch ab und als Wohnmobil-Reisender muss man / frau sich darum überhaupt nicht kümmern.
