Gemeinsam mit Anna und Lena PLUS June fahren Elke und Michael im Emil bis ins Val Müstair. Dort wollen wir am nächsten Tag gemeinsam wandern, bevor Elke & Michael weiter in Richtung Gardasee fahren.
Bei der Einfahrt zum Ofenpass in Davos freut sich Michael, dass er noch kurz vor einem Postauto auf die Passstrasse einbiegen kann. Egal denkt er, das Postauto hätte er auch auf der nächsten Haltestelle dann überholen können. Aber denkste. Das Postauto hinter ihm hält an keiner Haltstelle. Es fährt an allen wartenden Fahrgästen vorbei.
Ist das etwa ein Schnellkurs? Ein Kurs mit „Ohne Halt bis St. Mustair“? Es scheint fast so. Vor Michael ist die Strasse vom Ofenpass frei. Der Emil kommt gut vorran und die weiblichen Mitfahrer sind geschwindigkeitstechnisch realtiv flexibel. Also fährt Michael zügig weiter. Doch das Postauto bleibt dran. Es fängt sogar ein wenig an zu „drängeln“. Emit muss schon mit relativ viel Gas zu Höchstleistungen angetrieben werden, damit das Postauto nicht immer an Emils Heck klebt. Und wir fahren wirklich zügig.
In engen Kurvenkombinationen und in längeren Steigungen kann Emil wieder ein wenig Distanz herausfahren. Was müssen die Fahrgäste im Postauto durchgeschüttelt werden. Im Emil halten sich alle gut fest. Aber als Fahrgast in einem Postauto? Wahnsinn. Die Mitfahrerinnen im Emil können sich das auch nicht vorstellen.
Glaubt Michael, das Postauto endlich distanziert zu haben, taucht es plötzlich immer wieder nah hinter ihm auf. Halten tut es definitiv nicht. Rasen auch nicht, aber extrem zügig fahren. Leicht über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
Erst als nach dem Ofenpass auf der Abfahrt im Val Müstair mehrere historische Traktoren über die Passstrasse schleichen, die zum Glück bald alle überholt werden können, wird das Postauto distanziert. Und Emil ist auch bald am Ziel. Wir erreichen Santa Maria und biegen zu unserem Campingplatz ab.
Abends wandern wir noch das Tal hinab nach Müstair und essen dort in der Pizzaria.
Auf der Rückfahrt mit dem Postauto löst sich das Rätsel. An einem Halt steigt ein älterer Mann hinzu und setzt sich hinter den Chauffeur unseres Postautos. Er erzählt, dass er heute den Sonderauftrag hatte, ein Ersatz-Postauto leer von Davos nach Müstair zu fahren, damit dort beim morgigen Fest genügend Kapazität für die erwarteten Reisenden zu Verfügung steht. Aha, also leer war unser „Drängler“. Und ein erfahrener Kurschaffeur war es auch. der jeden Kniff der Strecke und jede Kurve bestens kannte. Das macht vieles klar. Es wurden also keine Fahrgäste gequält, sondern der Chaffeur hatte einfach Spass und konnte seine Leistung für die Beschleunigung aus den Kurven heraus verwenden.
